Erträumte Bilder
- foresti4
- vor 5 Tagen
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„Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen“(Rainer Maria Rilke)
Malerei ist Bewegung.
Sechs Jahre lang stand bei Annunciata Foresti die Blume im Zentrum – als konkrete Form, als stilles Gegenüber. In ihren aktuellen Arbeiten vollzieht sich nun ein Übergang: Die äußere Gestalt tritt zurück, der malerische Prozess selbst rückt in den Fokus.Die neuen Malphasen sind geprägt von Öffnung und Verdichtung zugleich. Schichten werden aufgebaut, wieder gelöst, übermalt. Farbe dient nicht mehr der Beschreibung, sondern dem Erleben. Linien verlieren ihre Funktion als Umriss und werden zu Spuren von Bewegung, zu Zeitzeichen eines inneren Vorgangs. In den Zyklen „Erträumte Bilder“ und „Erträumtes“ entsteht Malerei aus dem Zustand des Traumschlafs – aus einem Moment zwischen Bewusstsein und Loslassen. Jede Phase ist ein tastender Schritt, ein Zulassen des Ungeplanten. Die Bilder wachsen prozesshaft, folgen keiner festen Komposition, sondern entwickeln ihre eigene Ordnung.
Diese neuen Phasen markieren keinen Bruch, sondern eine Weiterführung: ein Sich-Lösen von der sichtbaren Welt hin zu einer Malerei, die innere Räume öffnet – und den Betrachter einlädt, Teil dieses Werdens zu werden.





